Stefan Lenz, Andrea Pressmar

Transparente Darstellung von IT-Verbräuchen und ITIL-konformes Configuration Management
Herausforderung Leistungssteuerung

Eine der größten Herausforderungen bei der Steuerung der IT ist die Zuordnung der Kosten zu den Geschäftsprozessen und damit die Beurteilung, ob die Kosten eines IT-Systems durch den wirtschaftlichen Nutzen gerechtfertigt sind. Häufig wird eine Kosten-Nutzen-Rechnung in der Projektphase erstellt und in gut geführten Organisationen zum Ende des Projekts nochmals geprüft. Mengenveränderungen wie zum Beispiel das Anwachsen von Datenbanken oder zusätzliche CPU-Anforderungen, die im laufenden Betrieb entstehen, können oft nicht zugeordnet werden, und es existiert kein Prozess, diese Veränderungen zu verfolgen und laufend gegen den Nutzen der Systeme zu vergleichen.
Bei BMW wurde zu diesem Zweck in mehreren Projektschritten ein Leistungssteuerungsverbund entwickelt. Ziel dieser Prozesse und Tools ist es, alle IT-Infrastrukturelemente den Applikationen zuzuordnen, die Kosten für verschiedene Typen von Infrastrukturelementen wie zum Beispiel Webserver, Datenbanken oder Server in Form eines Leistungskatalogs zu erfassen und damit die Gesamtkosten für die Infrastruktur jederzeit im Soll und im Ist auswerten zu können. Kernstück dieses Leistungssteuerungsverbunds ist einerseits, ein Werkzeug zur Erfassung und Bewertung von Verbräuchen zu haben, andererseits das Konfigurationsmanagement der ITILv2-konformen Prozesslandschaft des IT-Betriebs von BMW sicherzustellen. Mit einem weiteren Tool zum transparenten Mengen-Reporting auf Excel-Basis haben die Betriebsverantwortlichen Zugriff auf die Verbrauchsdaten und können Veränderungen verfolgen und steuern.
In diesem Artikel werden die Kernelemente dieses Prozesses vorgestellt und kritische Erfolgsfaktoren für die Leistungssteuerung herausgearbeitet. Fokus ist dabei die praktische Umsetzung in einer großen und sehr heterogenen IT-Welt und weniger die theoretische Betrachtung von Prozessen und Frameworks.