Zur Umsetzung von ITIL® (Service lifecycle) im Application Management sollen Leitlinien und Methoden erarbeitet und der itSMF-Community bereitgestellt werden, um den Weg zur Industrialisierung (Standardisierung, Prozessorientierung, Modularisierung) im Application Management zu unterstützen.

Das FF AM möchte einen Beitrag leisten, den Zielkonflikt der IT bezüglich Kosten, Qualität und Management sowie Prozessreife, Effizienz und Sicherheit zu lösen.


Eine Vielzahl von praktischen Erfahrungen / Herausforderungen motiviert die Einrichtung des FF AM, wie z.B.:

  • Die Prozesskosten auf Grund undefinierter Schnittstellen für den gesamten Application Lifecycle (innerhalb/außerhalb) sind hoch.
  • Die Wiederverwendbarkeit von Serviceprozessen ("Silo") zur Leistungserbringung ist nicht gegeben.
  • Die Abbildung der Servicestruktur mit dazugehörigen Abhängigkeiten der Configuration Items in der Configuration Management Database ist nicht transparent.
  • Eine nicht stabile Planung der Changes (Forward Schedule of Change) und Releases führt zu ungeplanten "Ad hoc" Aktivitäten.
  • Es entstehen hohe Kosten für die Wiederherstellung, da kein eingeübter Disaster Recovery Prozess existiert.
  • Risiken, die aus unsystematischem und ungeplantem Handeln im Notfall (Business Continuity Management) entstehen sollen reduziert, bzw. vermieden werden.
  • Fehlende Reife in der Steuerung des Application Management (intern oder extern)

Bei näherer Betrachtung / Diskussion der oben aufgeführten praktischen Erfahrungen / Herausforderungen im Application Management ist ein Widerspruch zu den Service Lifecycle Zielsetzungen auf Basis von ITIL® zu erkennen:

  • Systematische und sichere Prozesse mit vorhersagbarer und reproduzierbarer Qualität (Industrialisierung, Effizienz, Security)
  • Application Management Prozesse mit hohem ITIL® (Service Lifecycle) Reifegrad (Kundenforderung)
  • Einbettung des Application Management in Business-Information- und IT-Infrastruktur-Management (Governance)

Aktueller Stand (05.2013)

Um einen bestmöglichen Beitrag der IT zum Unternehmenserfolg zu leisten, ist eine Informationsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die eine optimale Unterstützung der Informationsfunktion gewährleistet.

Für das Fachforum AM stehen insbesondere die drei Domänen Application, Infrastructure und Data sowie deren Lebenszyklen Design, Build, Change und Operate im Fokus.

Das Application Management wird als verbindendes und steuerndes Element für diese drei Domänen verstanden und wird durch die Komponenten Service Design & Portfolio Management, Maintenance & Support, Service Delivery Control sowie Planning & Control definiert.

Die Domänen im Application Management (vgl. Abbildung 1):

  1. Application, z.B. Anwendungssoftware, die eine Funktion für den Anwender (User) ausführt
  2. Infrastructure, z.B. Rechner (physikalisch/virtuell), Kommunikationsdienste (Netzwerk), Gebäude
  3. Data, z.B. Stamm-, Bewegungsdaten

Abbildung 1: IT domains and their life cycle … the basis for success!
Abbildung 1: IT domains and their life cycle … the basis for success!

Für jede dieser IT-Domänen existiert ein spezifischer Lebenszyklus (life cycle).

  • Der Software life cycle (vgl. Abbildung 2) enthält die Phasen Anforderungsanalyse, Anwendungsdesign und -spezifikation, Entwicklung, Validierung und Test, Einführung sowie Wartung und Weiterentwicklung.

Abbildung 2: Software life cycle
Abbildung 2: Software life cycle

  • Der Infrastructure life cycle (vgl. Abbildung 3) enthält die Phasen Design (Analyse der Anforderungen und Beschaffung), Installation und Testbetrieb, Test und Abnahme, operativer Betrieb, Stilllegung, Abbau & Entsorgung.

Abbildung 3: Infrastructure life cycle
Abbildung 3: Infrastructure life cycle

  • Der Data life cycle (vgl. Abbildung 4) enthält die Phasen Design und Aufbau/Anpassung des Datenmodells, Verifizierung des Application Input, funktionale Integritätsprüfung, Validierung des Application Output und kontinuierliche Überprüfung gegen das Business Data Model (end-to-end).

Abbildung 4: Data life cycle
Abbildung 4: Data life cycle

Das Application Management ist das verbindende Element oder das "Antriebsrad" für die 3 IT-Domänen und deren Lebenszyklen (vgl. Abbildung 5: Big Picture - Application Management).

Abbildung 5: Big Picture Application Management
Abbildung 5: Big Picture Application Management

Im Application Management gibt es die Komponenten Service Design & Portfolio Management, Service Delivery Control, Maintenance & Support und Planning & Control, die im Application Management Model genauer beschrieben werden.

Ergebnisse (05.2013)

Bislang wurde zur Definition des Scope des FF AM ein Glossar erstellt und es wird an folgenden White Papers (Positionspapieren) gearbeitet, bzw. liegen dazu bereits erste Entwürfe vor:

Modell und Komponenten

  • Big Picture Application Management
  • Application Management Model
  • Service Design & Portfolio Management
  • Service Delivery Control
  • Maintenance & Support
  • Planning & Control
  • Use cases (Fallbeispiele)
  • Business case AM (Nutzenbetrachtung)

Prozesse (bisherige Interessenschwerpunkte des FF AM, weitere folgen)

  • Application Security Management
  • Application Continuity Management
  • Application Release Management
  • Application Portfolio Management

Ausblick

Künftig werden im FF AM weitere Ergebnisse erarbeitet, die für die itSMF-Community verfügbar sind, z.B.:

  • White Paper (Positionspapiere) zu ausgewählten Themen
  • Methodenbausteine zu ausgewählten Prozessen
  • Workshops zu spezifischen Szenarien, bzw. Business Cases
  • Umsetzungskonzepte

Das Fachforum Application Management (FF AM) wurde im Mai 2009 unter der Bezeichnung Arbeitskreis gegründet und wird seit 2012 als Fachforum fortgeführt.

Um eine, bezogen auf die Verwendung der Arbeitsergebnisse, belastbare Referenz im Application Management zu schaffen, wurden itSMF-Mitglieder aus namhaften Anwenderunternehmen angesprochen, die jeweils als Führungskräfte im Application Management tätig sind. Derzeit sind dies

  • FNT (Klaus Thiede)
  • Munich Re (Dr. Robert Gerstberger)
  • NTT DATA (Wilfried Sünner)
  • SAP (Peter Knapp)
  • Union IT-Services (Dr. Sven-Carsten Strüver)
  • Linde (Michael Hilla)
  • Continental AG (Bernhard Schöfer)

Die Unternehmen Atos, Siemens und T-Systems haben im Vorfeld des Fachforums AM im Arbeitskreis AM mitgewirkt.

Die Mitwirkung weiterer Unternehmen aus dem DAX 30 Umfeld wird angestrebt.


Fachforum-Leitung

Markus Werckmeister - Werckmeister Management Consulting GmbH

Markus Werckmeister ist seit 2000 geschäftsführender Gesellschafter der WMC Werckmeister Management Consulting GmbH und bietet Beratungsleistungen zu ISO 20000, ISO 27001, ISO 22301 & ISO 9001 sowie zur Modellierung von ITSM-Prozessen in Data Center und Application Management an.

Als Senior­ Auditleiter der DQS hat er diese Standards in IT-Unternehmen seit 1997 auditiert und war zuvor in leitenden Positionen bei internationalen IT-Dienstleistern tätig. Werckmeister leitet das Fachforum Application Management (FF AM) seit Mai 2009.

Kontakt

Bei Fragen oder Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

ak-am(@)itsmf.de