Fachforum IT-Stabilität – eine Herausforderung für Prozess- und Betriebsorganisation

Unternehmen stehen oft vor dem Problem, dass ihre heutigen (insbes. dezentralen) Anwendungen historisch oder z.B. durch Verschmelzungen gewachsen sind, zum Teil einen hohen Komplexitätsgrad aufweisen und mit zunehmenden Risiken in Aspekten der Betreibbarkeit wie z.B. Beherrschbarkeit, Datenqualität und Integration behaftet sind.

Es fehlt an einem begründeten Gestaltungskonzept, das zum einen die Entscheidung für oder gegen eine Infrastrukturarchitektur unterstützt und das zum anderen die Komplexität des Architekturentwurfs im Einzelnen sowie die Komplexität der Infrastruktur im Ganzen beherrschbar macht.

Nach wie vor existiert ein starkes Silo-Verhalten zwischen Entwicklung, Anforderungsmanagement, Deployment und Betrieb. IT-Betriebsstabilität erfordert jedoch die Kombination des Service-Lifecycle-Gedankens mit dem Software-Lifecycle-Ansatz. Die Bedeutung und Kenntnis betrieblicher nichtfunktionaler Anforderungen muss an den Anfang des Lifecycles gestellt werden und konsequent über alle Phasen berücksichtigt werden.

Aktuell entwickelt eine Arbeitsgruppe des itSMF-Deutschland einen Ansatz mit sog. Pattern und Antipattern, also Anwendungsmustern, mit denen beim Entwurf oder der Weiterentwicklung der Anwendungen mehr auf Robustheit und betriebliche Stabilität hin vorgedacht werden kann. Pattern/Antipattern in der IT-Infrastruktur sind ein anschaulicher Ansatz, um Schwächen der Systemarchitektur aufzuzeigen und potentielle Risiken in einer sehr frühen Phase zu identifizieren. Das Zusammenspiel entsprechender Pattern und Anti-Pattern ermöglicht so einen methodisch neuen und zugleich vertrauten Blick auf wesentliche Einflussfaktoren der IT-Stabilität und –Performance.

Die Erkenntnisse der AG werden in Rückkopplung mit einem Referenzprojekt bei T-Home in der Praxis validiert.

Fachforumleitung

Helge Dohle - IMPAQ AG

Helge Dohle ist Unternehmensberater bei der IMPAQ AG mit den Schwerpunkten Optimierung und Einführung von IT Service Management-Prozessen. Er verfügt über umfangreiche IT-Betriebs- und Managementerfahrungen aus vielen leitenden Positionen und aus seiner Beratertätigkeit. Gegenwärtig ist er im internationalen Team (WG25) der ISO an der Revision der ISO/IEC 20000 beteiligt und Leiter des itSMF-Fachforum IT-Stabilität.

Thomas Ruhmann - Geyer & Weinig

Thomas Ruhmann war nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule für Wirtschaft in Pforzheim zunächst als Filialleiter und anschließend als Geschäftsführer eines bundesweit agierenden PC-Händlers aktiv. 1990 wechselte er zur EDV-Unternehmensberatung GmbH Geyer & Weinig, wo er zu Beginn für Vertrieb und Marketing der Software-Suiten GW-TEL verantwortlich war.

Im Rahmen der Betreuung internationaler Kunden und der Durchführung umfangreicher Projekte im Service-Level-Management erwarb er sich umfassendes und praktisches Know-How bei der Einführung von Service-Level-Management Prozessen und insbesondere bei der Implementation entsprechender E2E-Messwerkzeuge und verantwortet heute den Consultingbereich bei GW.

Er war langjährig im Vorstand der cecmg e.V. (Central Europe Computer Measurment Group) und war aktives Mitglied im itSMF-Fachforum Gütesiegel und stellvertretender Leiter des itSMF-Fachforums "IT-Stabilität".

thomas.ruhmann(@)itsmf.de

Fachforen-Ergebnisse

Präsentation auf den Jahreskongress 2008 in Neuss

Positionspapier IT Stabilität